Untersuchungen

Das Spektrum der bildgebenden Diagnostik umfasst letztendlich sämtliche Körperregionen, wobei je nach Fragestellung unterschiedliche diagnostische Verfahren (US, CT, MRT) und Untersuchungsprotokolle zum Einsatz kommen. Es werden Untersuchungen für folgende Körperregionen unterschieden:

  • Der Kopf

    Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel. Diese und viele weitere Symptome können Veranlassung geben, den Kopf zu untersuchen und Ursachen für die Beschwerden aufzuzeigen oder – besser noch –auszuschließen. Auch hier gilt: Es ist besser, pathologische Befunde früh zu diagnostizieren, da sie dann häufig noch angemessen behandelt werden können.

    Das Untersuchungsverfahren der Wahl ist für solche Fragestellungen die Magnetresonanztomographie (MRT), da sie sehr empfindlich pathologische Strukturveränderungen (Missbildung, Entzündung, Tumor) darstellen oder ausschließen kann. Spezielle Fragestellungen können darüber hinaus die Ausrichtung der Diagnostik auf Bereiche wie das Auge, die Kieferköpfchen, den Innenohrbereich oder die Nasennebenhöhlen lenken. Stellen sich Auffälligkeiten im Bereich der knöchernen Strukturen dar, so erlaubt die zusätzliche Spiral-CT hier eine exzellente Diagnostik.

    Mit der SILENT-Technik können seit 2014 Kopfuntersuchungen sogar lautlos erfolgen: Allenfalls ein diskretes Summen begleitet die Kopf-Standardmessungen.

    In der Praxis für Moderne Schnittbild-Diagnostik wird die MR-Kopfdiagnostik an bestimmten Tagen von dem Leiter der Neuroradiologie der Universität Göttingen, Herrn Prof. Dr. Michael Knauth durchgeführt. An anderen Tagen erfolgt sie durch die Ärzte der Praxis, die Sie jederzeit und gern über weitere Details informieren und beraten.

  • Die Wirbelsäule

    Eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls ist die Bandscheibenvorwölbung (Protrusion). Hierbei wölbt sich die Bandscheibe über die Kontur des Wirbelkörpers nach hinten in den Rückenmarkskanal hinaus. Eine Bandscheibenvorwölbung reicht manchmal bereits aus, um Schmerzen und neurologische Störungen zu verursachen. Beim Bandscheibenvorfall (Prolaps) durchbricht Bandscheibenmaterial die Begrenzung der Bandscheibe samt des angrenzenden Längsbandes. Ein Prolaps kann das Rückenmark oder die Spinalnerven komprimieren und zu Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und motorischen Ausfällen führen.

    Veränderungen der Wirbelsäulenstatik können zu einer vermehrten Belastung der Facettengelenke und zu einer Facettenarthrose führen. Hieraus resultieren häufig knöcherne Anbauten, durch deren Volumenzunahme die Nervenwurzeln bedrängt werden können. Es kann zu einer Einengung des Spinalkanals mit neurologischen Symptomen kommen (Spinalkanalstenose).

    Zur gezielten Behandlung von Rückenschmerzen ist eine eingehende neurologische Untersuchung wichtig, weil sie Aufschluss über die betroffenen schmerzauslösenden Nerven gibt. Besonders bei Bandscheibenvorfällen kann auf diese Weise die Schwere der Nervenschädigung bestimmt werden. Dazu werden die Reflexe, die Sensibilität, die Beweglichkeit und eventuell die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt. Die Schmerzausstrahlung lässt Rückschlüsse auf die beteiligten Nervenwurzeln zu.

    Das Rückenmark und die Nervenwurzeln werden direkt und am zuverlässigsten durch die Magnetresonanztomographie sichtbar. Diese Verfahren erlaubt zudem eine schnelle Abbildung des Rückenmarkskanals durch die MR Myelographie. Kann eine MRT nicht durchgeführt werden (z.B. bei Trägern eines Herzschrittmachers), so erfolgt eine Computertomographie der Bandscheibenfächer. Nach vorausgegangenen Operationen ist eine ergänzende Kontrastmittelgabe notwendig, die entzündliche und tumoröse Prozesse besser differenzieren lässt.

  • Die Lunge

    Bildgebendes Verfahren der Wahl für die Diagnostik von Lungenerkrankungen ist die hochauflösende Computertomographie. Insbesondere die moderne Mehrschicht-Spiral-Computertomographie (CT) ermöglicht, den gesamten Brustkorb (Thorax) innerhalb einer Atemanhaltephase mit dünnsten Schichten (Submillimeterdicke) zu untersuchen. Auf diese Weise werden Veränderungen des Lungengewebes mit hoher Ortsauflösung dargestellt.

    Ein besonderer Schwerpunkt, der von Frau Prof. Dr. Katharina Marten-Engelke betreut wird, ist die Diagnostik der sog. „interstitiellen Lungenerkrankungen“. Dieses große Spektrum an Lungenerkrankungen umfasst z.B. die verschiedenster Lungenfibrosen, d.h. Erkrankungen, die mit einer meist irreversiblen Störung der Lungenarchitektur einhergehen. Hier kann die CT der Lunge – nach einer ausführlichen Erhebung der Patientenanamnese – häufig zur Klärung der Ursache der Fibrose beitragen. Auch die gemeinhin unterschätzten interstitiellen Lungenerkrankungen bei Rauchern bilden einen diagnostischen Schwerpunkt. Hier können – wohl auf Grund einer bislang noch wenig erforschten Prädisposition des Patienten – verschiedene Entitäten auftreten: die pulmonale Langerhanszellhistiozytose, eine Erkrankung mit oft schlechter Prognose, die v.a. junge, männliche Raucher betrifft, aber auch die zum Formenkreis der Fibrosen gehörende nichtspezifische interstitielle Pneumonie (NSIP) bzw. sehr selten die desquamative interstitielle Pneumonie (DIP).

    In enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen pneumologisch tätigen Fachkollegen werden zudem Patienten mit den verschiedensten Pneumokoniosen untersucht. Diese Erkrankungen entstehen durch Inhalation meist anorganischer Teilchen, was zu fortschreitender Lungenfibrose, aber auch allergisch-entzündlichen Krankheitsprozessen führen kann.

    Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Lungenbildgebung ist die Diagnostik des Lungenkrebses (Lungenkarzinoms). Kleine intrapulmonale Rundherde, welche die häufigste Frühmanifestation des Lungenkarzinoms darstellen, können mit großer Sensitivität diagnostiziert und im Rahmen moderner Verfahren der automatisierten CT-Volumetrie, d.h. der vollautomatischen Bestimmung des Rundherdvolumens, im Verlauf kontrolliert werden. Ein Rundherdwachstum als (einzig valides) Zeichen von Bösartigkeit (Malignität) des Herdes kann auf diese Weise nach einem sehr kurzen Kontrollintervall erkannt werden. Darüber hinaus werden im Rahmen des sog. Tumorstagings die lokale Ausbreitung, aber auch eine mögliche Metastasierung eines Lungenkrebses in Lymphknoten, Leber, Nebennieren oder Skelettsystem mittels Ganzkörper-CT untersucht.

  • Die Brust

    Auffälligkeiten in oder an der Brust sollten zeitnah durch geeignete diagnostische Maßnahmen abgeklärt werden.

    Folgende Veränderungen können potentiell auf einen bösartigen Tumor hinweisen:

    • Knoten in der Brust
    • Verhärtungen in der Brust
    • Einziehungen der Haut oder der Brustwarze
    • Rötungen und/oder Ekzeme der Haut oder der Brustwarze
    • Blutige Absonderungen aus der Brustwarze

    Im Zweifelsfalle vereinbaren Sie einen Termin – lassen Sie einen unklaren Befund lieber einmal zu oft als zu spät abklären. Sollte bei Ihnen eines der o.g. Symptome vorliegen, so erhalten Sie unter der Telefonnummer 0551820740 schnellstmöglich einen Untersuchungstermin noch am selben Tag, in jedem Fall aber innerhalb der nächsten 24 Stunden.

    Die Abklärung von Symptomen, die möglicherweise auf Brustkrebs hinweisen, erfolgt üblicherweise durch die Untersuchungsverfahren Mammographie, Ultraschall und/oder Kernspintomographie (Mamma-MRT). Viele Veränderungen können mit diesen Verfahren zuverlässig diagnostiziert werden. Bleibt eine Unsicherheit oder ein verdächtiger Befund, so erfolgt eine endgültige Abklärung durch eine ambulante Gewebeentnahme (Biopsie), die abschließende Sicherheit bringt.

    Für weitere Informationen gehen Sie auf die Homepage des Diagnostischen Brustzentrums Göttingen (www.brustzentrum-goettingen.de) oder wenden Sie sich an das Team der Praxis für moderne Schnittbild-Diagnostik. Sie erhalten dort weiteres Informationsmaterial und Antworten auf Ihre Fragen.

  • Der Bauch

    Zu den wichtigsten Bauchorganen zählen die Leber inklusive der Gallenwege, die Milz und die Bauchspeicheldrüse. Hinzu kommen u.a. die Nieren und Nebennieren. Damit wird auch verständlich, dass das Spektrum der Erkrankungen der Bauchorgane sehr vielfältig ist. Wichtige Schritte zur Eingrenzung einer möglichen Erkrankung betreffen die Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) inklusive der persönlichen Risikostruktur und die körperliche Untersuchung. Abhängig hiervon gehen Überlegungen zum Beispiel in Richtung Entzündung, Tumor oder eine andersgeartete Ursache der Beschwerdesymptomatik. Für die bildgebende Diagnostik der Bauchorgane stehen in erster Linie Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie zur Verfügung.

    Die am ehesten verfügbare Untersuchungsmethode für die Bauchorgane ist der Ultraschall. Er ermöglicht in der Regel eine gute Übersicht über Leber, Milz, Gallenblase und Nieren sowie die großen Blutgefässe des Körperstammes.

    Die Computertomographie erlaubt eine Darstellung der Bauchorgane in dünnen Einzelschichten, so dass eine Überlagerung von Strukturen vermieden wird. Die zusätzliche Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels, das über eine Armvene verabreicht wird, verbessert die diagnostischen Aussagen, da Entzündungen und Tumoren besser erkannt werden und oft eine Charakterisierung unklarer Befunde ermöglicht wird.

    Die Magnetresonanztomographie des Abdomens bietet die besten Möglichkeiten zur Organdarstellung, da diese Methode eine hohe Differenzierung der Gewebestrukturen ermöglicht. Auch für die MRT gibt es ein spezielles (nicht jodhaltiges) Kontrastmittel, das die Aussagekraft dieses Verfahrens häufig deutlich verbessert. Zudem können bestimmte Eigenschaften des Gewebes genutzt werden, um auch ohne zusätzliche Hilfsmittel definierte Strukturen darzustellen. Dies gelingt z.B. bei der Abbildung der Gallenwege mit Gallenblase in Form der sog. MR Cholangiopankreatikographie (MRCP) und bei der Darstellung der Nierenbecken und Harnleiter in Form der sog. MR Urographie.

  • Das Becken

    Bei der Diagnostik der Organe des kleinen Beckens muss grundsätzlich zwischen Untersuchungen bei der Frau und Untersuchungen beim Mann unterschieden werden. Prinzipiell erfolgen Untersuchungen dieser Körperregion mit dem Ultraschall.

    Gynäkologen und Urologen führen hier die primäre Diagnostik durch. Generell gilt jedoch, dass die MRT in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die moderne Diagnostik des Beckens stützt sich daher in zunehmendem Maße auf Informationen der MRT.

    Untersuchungen des weiblichen Beckens ermöglichen nicht nur den Nachweis möglicher Tumoren im kleinen Becken. MRT-Untersuchungen erlauben auch eine präoperative Darstellung der Tumorausdehnung. Dies gilt für Neubildungen im Bereich der Cervix und des Uterus ebenso wie für Tumoren der Ovarien. Beim Mann kommt der MRT-Untersuchung der Prostata im Rahmen der Tumorsuche und –Lokalisation zunehmend eine relevante Bedeutung zu. Zudem besteht in der Praxis die Möglichkeit der gezielten Prostata-Biopsie mit einem neuartigen Hybridsystem, bei dem die MR-Aufnahmen mit denen des Ultraschalls fusioniert werden können, so dass auffällige Befunde in der MRT ultraschallgesteuert biopsiert werden können.

  • Die Gelenke

    Bei der Bildgebung von Erkrankungen der Gelenke und Gelenkweichteile galten in der Vergangenheit das konventionelle Röntgen und nuklearmedizinische Verfahren als Standard. Die Zukunft der Gelenkdiagnostik gehört jedoch der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) und den Ultraschallverfahren. Die MRT liefert im Unterschied zu den bisher angewandten Methoden gestochen scharfe Bilder der Gelenkweichteile ohne Röntgenstrahlung. Gelenkkapsel, Knorpel- und Bandstrukturen lassen sich einwandfrei erkennen. Durch ergänzende Kontrastmitteluntersuchungen können zudem entzündliche und tumoröse Veränderungen klar diagnostiziert werden.

    Die MRT erlaubt letztendlich eine genaue Abbildung aller größeren Gelenke im menschlichen Körper. Hierzu zählen Schulter-, Ellenbogen und Handgelenke ebenso wie Hüft-, Knie- und Sprunggelenke. Aber auch eine Feindiagnostik der Finger- und Zehengelenke ist in hochauflösender Technik möglich.

    Grenzen weist die MRT in der präzisen Darstellung der knöchernen Randstrukturen auf. Hier bringt der gezielte Einsatz der hochauflösenden CT (mit Schichtdicken zwischen 1mm und 2mm) ergänzende Informationen, z.B. zum Grad der Zerstörung eines Knochens oder zur Frage der Stabilität bei einem Knochenbruch.

  • Die Gefäße

    Auffälligkeiten, die auf einen drohenden Verschluss eines Blutgefäßes hinweisen, sollten konsequent abgeklärt werden, da es in den meisten Fällen eine effektive Möglichkeit zur Behandlung gibt.

    Folgende Veränderungen können u.a. potentiell auf ein Gefäßleiden hinweisen:

    • Schmerzen in den Beinen nach Belastung (Schaufensterkrankheit)
    • Einseitige Beschwerden in Ober- und/oder Unterschenkel
    • Auffällige Kälte und Minderdurchblutung der Extremitäten

    Kontaktieren Sie bei entsprechenden Symptomen immer primär Ihren Hausarzt oder einen entsprechenden Facharzt, zum Beispiel einen Angiologen. Stellt dieser eine Indikation zur weitergehenden Befundabklärung, so ist dies aussagekräftig möglich mit der MR Angiographie oder der CT Angiographie. Mit Herrn Prof. Dr. Vosshenrich, der sich zur Thematik der MR Angiographie an der Uniklinik Göttingen habilitiert hat, steht Ihnen ein ausgewiesener Spezialist für Gefäßdiagnostik zur Verfügung.

    Die Abklärung von Gefäßveränderungen erfolgt heute bevorzugt mit der MRT in Form einer MR Angiographie, bei der über eine Armvene 10-20ml eines bestens verträglichen Kontrastmittels appliziert werden. Arterielle Katheteruntersuchungen werden hierdurch für diagnostische Fragestellungen überflüssig. Die Untersuchungen dauern etwa 20-30 Minuten und werden ambulant durchgeführt. Liegen Kontraindikationen für eine MRT vor (Schrittmacherträger), so ist alternativ eine Diagnostik im Spiral-CT indiziert (CT Angiographie).

    Für weitere Informationen wenden Sie sich an das Team der Praxis für moderne Schnittbild-Diagnostik. Sie erhalten dort weiteres Informationsmaterial und Antworten auf Ihre Fragen.